Ego State

Was du über Ego State wissen solltest

Ego States sind innere Anteile, welche wir alle in uns tragen und die unsere Persönlichkeit und Verhaltensweisen prägen. Unser Nervensystem hat sie als Reaktion auf innere wie äussere Herausforderungen gebildet, um sich an Situationen und Umstände anpassen zu können. Solange Ego States im Lebensfluss sind, kommunikativ miteinander wirken, erleben wir sie als stärkende Ressourcen.  
 
Manche Ego States können hingegen beispielsweise leicht erregbar oder mit Angst reagieren. Menschen mit traumatischen Erfahrungen erleben häufig getrennte innere Anteile. Diese können sich wie erstarrt, unterwürfig, verletzlich oder auch verletzend anfühlen. Solche – ursprünglich zu unserem Schutz entstandene Ego States - sind meist in ihrer Entwicklung stecken geblieben und können den Lebensfluss blockieren. 

In der Ego-State-Therapie werden die verschiedenen Ich-Anteile ins Hier und Jetzt geholt, damit sie in Beziehung treten und miteinander kommunizieren können. Dadurch werden gegenseitiges Verständnis sowie Anerkennung füreinander entwickelt und Veränderungsprozesse angestossen. Während die einen Anteile sich entfalten und nachreifen dürfen, unterstützen andere und übernehmen neue Aufgaben.
 
Ziel des Prozesses ist es, dass ein inneres Team wachsen darf, in welchem alle Anteile integriert sind – die Ego States sich wertschätzend und rücksichtsvoll unterstützen und gemeinsam wirken können. 

Schritte der Ego State-Arbeit

Phillips & Frederick (1995), ergänzt durch W. Hartmann (2014 nach Ausbildungsskript, F. Huber ESCC 2025) haben das fünfphasige SARIA-Modell entwickelt, welches die einzelnen Schritte der Ego State-Arbeit umschreibt: 

S Stabilisierung und Sicherheit > innere Ressourcen, Schutz + Hilfe für verletzte Ego States 
A Kennenlernen und Wertschätzen der Ego States 
R Reorganisation, Einladung zur Transformation 
I Integration, respektvolle Kommunikation und Kooperation > in die Ganzheit kommen, Selbstregulation aktiveren 
A Anpassung ans Alltagsleben, Neuausrichtung

Wie viele Sitzungen?

Dies hängt stark vom Thema, der gewünschten Tiefe und der einzelnen Person ab. Erfahrungsgemäss kann ein Prozess zwischen etwa 5 und 25 Sitzungen umfassen. Eine einzelne Sitzung kann dennoch bereits unterstützend sein – insbesondere bei einem klar abgegrenzten Anliegen.

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